Fabrik Lünerseepark



Das sechsstöckige Fabriksgebäude wurde 1836-38 errichtet und um 1850 nochmals erweitert. Die Fabrik ist mit ihren vier Fensterachsen auf der Schmal- bzw. zwanzig auf der Längsseite und dem ausgebauten Dachgeschoß als monumentales Beispiel der Vorarlberger Textilkultur des 19. Jahrhunderts zu werten.

Das sechsstöckige Fabriksgebäude wurde 1836-38 errichtet und um 1850 nochmals erweitert. Die Fabrik ist mit ihren vier Fensterachsen auf der Schmal- bzw. zwanzig auf der Längsseite und dem ausgebauten Dachgeschoß als monumentales Beispiel der Vorarlberger Textilkultur des 19. Jahrhunderts zu werten. Das Innere prägen zwei Holzstützenreihen, so daß optisch eine Dreischiffigkeit gegeben ist. Die Fassadengestaltung entspricht der damaligen einfachen Industriebauweise mit glatten Putzflächen und kleingesprossten, barockisierenden Holzfenstern mit nicht öffenbaren Vorfenstern. Der Unterschutzstellung im Jahr 1997 gingen zahlreiche Schwierigkeiten voraus, da die Denkmalqualitäten gering eingeschätzt und große wirtschaftliche Nachteile befürchtet wurden. Kraftwerk und Bach wurden deshalb nicht in die Unterschutzstellung einbezogen - dem Hauptgebäude konnte jedoch die besondere Bedeutung für die Vorarlberger Industriegeschichte nicht abgesprochen werden.
Im Jahre 1998 wurde die Fabrik von den Besitzern an eine Baugesellschaft veräußert und sollte zu einem Gewerbepark umfunktioniert werden. Aus Sicht der Denkmalpflege war die Erhaltung der großzügigen Raumstruktur und der Details wie Fenster, Putz oder etwa die hölzerne Tragkonstruktion von äußerster Priorität - und mit den Anforderungen der Gewerbetreibenden nicht immer leicht in Einklang zu bringen. Es konnten jedoch mit wenigen Ausnahmen die charakteristischen Eigenschaften des Industriebaus bewahrt werden. So wurden nach eingehender Analyse des Putzes und der Oberflächen mit Kalkmörtel verputzt und mit Kalktünche gestrichen. Weiters wurden vier bestehende Fensterachsen samt Vorfenstern aufwendig restauriert und die restlichen 400 Fenster in Verbundkonstruktion, den alten Proportionen und Querschnitten entsprechend, nachgefertigt. Die Holzstützen erhielten nach der Reinigung einen einheitlichen Ölanstrich gemäß Befundung in "Maschinengrün". Obwohl zum Teil aufgrund der verschiedenen Nutzungen Zwischenwände eingebaut werden mußten, gelang es, durch transparente Konstruktionen und Oberlichten, den Hallencharakter wahrnehmbar zu machen. Im Zentralbereich wurden zwei transparente Lifte eingebaut, die eine vertikale Verbindung bis ins Dachgeschoß schaffen. Die alte Lünerseefabrik beherbergt nun eine Braugaststätte, ein Physiotherapeutisches Institut, ein Fitneßstudio sowie zahlreiche Geschäfts- und Lagerräume.