Stillen und höhere Intelligenz hängen zusammen

Daten von 3.500 Kindern aus allen sozialen Schichten untersucht

Eine Langzeitstudie der Universidade Federal de Pelotas hat einen Zusammenhang zwischen dem Stillen und der Intelligenz der Kinder nachgewiesen. Das Team um Bernardo Lessa Horta analysierte die Daten von fast 3.500 Babys aus allen Gesellschaftsschichten. Es zeigte sich, dass Kinder, die länger gestillt wurden, als Erwachsene bei IQ-Tests besser abschnitten. Die Ergebnisse wurden in "The Lancet Global Health" veröffentlicht.


Kein endgültiger Beweis


Experten sehen trotz der aktuellen Forschungsergebnisse jedoch noch keinen endgültigen Beweis, der für eine Empfehlung dienen könte, Kinder sechs Monate lang zu stillen. Zusätzlich zum Stillen könnte jedoch eine Reihe anderer Faktoren eine Auswirkung auf die Intelligenz haben. Für die aktuelle Studie wurden wichtige Faktoren wie die Bildung der Mutter, das Familieneinkommen und das Geburtsgewicht berücksichtigt.

Es zeigte sich, dass manche Kinder weniger als einen Monat und andere mehr als ein Jahr gestillt wurden. Jene Kinder, die länger gestillt worden waren, schnitten als Erwachsene bei Intelligenztests besser ab. Sie verfügten zusätzlich eher über ein höheres Einkommen und mehr Schulbildung. Laut Horta bringt Muttermilch Vorteile, da sie reich an gesättigten langkettigen Fettsäuren ist, die für die Entwicklung des Gehirns von Bedeutung sind.

Weitere Forschung nötig

Trotz der durchgeführten Erhebung ist den Fachleuten nach mehr Forschung nötig, um einen Zusammenhang zwischen dem Stillen und der Intelligenz eines Menschen zu belegen. Colin Michie vom Royal College of Paediatrics nach gibt es zwar bereits zahlreiche Studien zum Zusammenhang zwischen dem Stillen und der Intelligenz. Es seien jedoch immer wieder begründete Zweifel aufgekommen.